Der Mutterkult

Viele Hexen verehren die "Grosse Mutter" oder die "Weise Alte" als oberste Göttin.
Die Frau, die Göttin als Prinzip des Lebenskreislaufs von Geburt und Tod und Wiedergeburt. Auch ich bin Anhängerin der Grossen Mutter, der Mutter des Lebens.
Obwohl ich weiß, dass dieses ein Sinnbild ist. Ein Sinnbild welches wir Menschen brauchen. Aber auch Gottvater wird nicht vergessen. Das Yin und Yang, das männliche und weibliche Prinzip, spielt im Hexenglauben eine große Rolle. Aber auch unser Christentum, in dem wir alle aufgewachsen sind, kennt diese Prinzipien.
Zumindest kannte es diese noch am Anfang seiner Geschichte. Das Christentum, welches auf dem Judentum basiert, kannte in seiner Urzeit nicht nur die kabbalistische Gottesauslegung. Wobei das Wort Jave auch für Gott Mutter steht, nicht für die katholische Maria, sondern für Gott selbst. Für Gottes weibliches Gesicht. Die Urchristen kannten auch die Theorie der Wiedergeburt. Spätere Änderungen dieses Grundwissens festigten einfach den Machtanspruch der Regierenden. Mit der Wiedergeburt, einer neuen Chance ist nicht so gut zu herrschen wie mit der Höllenangst das Kreuz auf sich nehmen, dafür nach dem Tode leben dürfen, verhinderte lange Zeit Rebellion und Aufstreben nach Veränderungen. Die geschürte Angst vor der Hölle, sicherte die Macht der bigotten Regenten. Vor allem der Kirche.
An Soph, die nach oben gerichtete Spitze des Pentagramm sagt aus. Alles ist dem Obersten, dem Guten unterstellt. Und das ist alles was den Menschen hilft, ein guter Mensch zu sein.
An Soph, kann mit Allah, Jehova, Jave, Gott Vater, der Mutter des Lebens oder allen obersten Gottheiten identifiziert werden, aber auch von Atheisten, mit Humanismus, Toleranz, und vor allem Menschlichkeit. Oder in der Psychologie das Überbewusstsein. Je nach persönlichem Glauben und Überzeugung. Ein Sinnbild, das wir Menschen brauchen.
Gleichzeitig ist es das Vollendungssymbol, das Symbol für den Menschen schlechthin.
Eines Tagen wird jeder von uns Rechenschaft ablegen müssen. Und jedem von uns wird die gleiche Frage gestellt. Ganz gleich woher jemand kommt, woran jemand geglaubt hat und zu welcher Religion jemand gehört hat.
Du hast Augen bekommen zu sehen, Du hast Ohren bekommen zum Hören, Du hast einen Verstand bekommen zum Denken und Du hast Hände bekommen zu Helfen. Du hast Lernen können. Was hast Du damit gemacht? Wie bist Du mit Dir und anderen umgegangen?
Nichts weiteres zählt, deshalb sage ich Euch: Jede Religion ist gut, solange sie den Menschen
hilft und Halt gibt, ein guter Mensch zu werden. Sie hat aber ihren Anspruch verloren, sobald sie gleich welcher Art Macht ausübt. Jeder Einzelne muss eines Tage für sich selbst gerade stehen.
Und nicht der Papst oder der Teufel.
Für mich persönlich ist Gott eine Mutter. Eine Mutter, die tröstet und ihre Kinder wieder ins Leben
schickt. Zum Lernen, lernen Mensch zu sein. Human zu werden. Ich selbst sehe Gott, wie eine menschliche Mutter. Die ihre Kinder auf den Schoß nimmt, ihre Tränen trocknet und sie wieder auf die Beine stellt. Und mit diesem Bild, kann ich Menschen trösten und helfen, an der Tür zur Anderswelt. Wie wir Hexen das Jenseits nennen. Mit diesem Bild verliert auch der Tod und das Sterben seine Schrecken.
Und dieses Bild gibt auch im Leben, gleich was auch passiert Ruhe und Gelassenheit. Denn alles was passiert, ganz gleich ob gut oder böse, formt uns. Formt uns zu der Persönlichkeit, die wir sind. Formt uns zu Menschen.
Einen Menschen wie Jesus. Der uns gezeigt hat, was und wie Humanismus, Menschlichkeit auszusehen hat. In diesem Sinne achten alle Hexen, Jesus als Lehrer. Lehrer und Wegbereiter. Nicht den Halbgott, der antiken Götterwelt. Wie er im Christentum dargestellt wird. Sondern den Menschen, der Liebe zu allen Menschen lebte und den Weg zum Humanismus lehrte.