Hexen und Christen

In unserem Kulturkreis sind Hexen auch Christen. Bis auf die wenigen, die sich dem Okkultismus / Satanismus, welches allerdings auch nur eine christliche Variante ist, verschrieben haben.
Die Christliche Ethik, die Christlichen Moralvorstellungen sind bei den meisten Hexen wie bei allen anderen Bürgern unseres Kulturkreises bindend.
1000 Jahre Christentum sind in das Bewusstsein jeder Hexe verpflanzt worden. Auch wenn diese die Kirche und deren Dogmen ablehnen. Der Machtanspruch der Kirche und vor allem den Anspruch, nur sie allein habe die Wahrheit gepachtet, lehnen die Hexen allgemein ab.
Die Bibel hingegen, gilt auch für sie. Als das Buch der Weisheit. Die jahrtausendelangen alten Erfahrungen im Umgang miteinander. Die Weisheiten, die Wege, aber auch das Wissen welches hier verborgen ist, ist für jede Hexe eine Inspiration.
Jesus wird als Rabbi / Lehrer anerkannt. Wie auch Buddha oder Gandhi und viele andere. Als Lehrer, der den Weg zum Humanisten lehrt. Wir sehen den historischen Jesus in seinem Umfeld, in der damaligen Zeit, und was er gelehrt hat. Nicht den wundersamen Christus.
Wir sehen seine Heilkräfte. Heute als Reiki wieder entdeckt. Jahrhunderte lang in unserem Kulturkreis als Besprechen bekannt. Besprechen deshalb, weil aus Angst vor der Kirche bei den Handauflegungen Christliche Gebete gemurmelt worden sind. Christliche Gebete, aus Angst vor Verfolgung.
Reiki, von Dr. Usui wieder entdeckt. Reiki, der Weg der Einweihungen und Erleuchtungen. Ganz wie in der Bibel beschrieben. Die Taufe Jesu, mit der Verbindung des heiligen Geistes ist in meinen Augen, nichts anderes als mit alten Worten beschriebene Einweihung. Drei Tage schreibt die Bibel war anschliessend Jesu in der Wüste. Vielleicht auch drei Wochen. Hier mag ein Übersetzungsfehler vorliegen. Jedem Reiki Praktizierenden ist es bekannt. Nach der ersten Einweihung, drei Wochen Reinigungsphase. Bewusstwerdung, wie bei Jesu. Der Reiki Weg, der Weg zum Humanisten. Helfen und Heilen, wie auch bei Jesu.
Wer die Bibel aufmerksam und nicht als Wundergläubiger liest. Wer die Sprache in die heutige übersetzt, wer das Wissen damals und das heutige einfließen lässt, wird viele neue Erfahrungen machen. Ein ostafrikanischer Friedensnobelpreisträger sagte einmal: Ein Glaube, der mit den Menschen nicht mit wächst ist ein toter Glaube. Der lebendige Glaube nimmt auch immer das Lernen und die Erfahrungen mit auf.
Unsere Kirchen lassen das nicht zu. Festgefahren und dogmatisiert, beharren sie auf längst überholten Machtanspruch.
Wenn ich von der Kirche spreche, so meine ich, dass es nur eine, nur die katholische Kirche und deren Machtanspruch gibt. Alles andere sind Varianten. Eine Freundin sagte mir einmal "Als
ich anfing Theologie zu studieren, lernte ich als erstes wie katholisch ich in Wirklichkeit war". Luther hatte die Bibel übersetzt. Die Bibel, so wie sie zu seinen Lebzeiten bestand.
Und zwar mit allen Kopie- und Übersetzungsfehlern. Mit allen Änderungen und Anpassungen, die die Kirche in den Jahrhunderten vorher, je nach machtpolitischen Verhältnissen vorgenommen
hatte. Luther hat bis auf die wichtige Aussage, dass jeder Mensch direkt Gott ansprechen kann und nicht die Vermittlung der Kirche braucht, auch fast alle Dogmen (Lehrverfügungen) übernommen. Alle anderen Christlichen Varianten sind ebenfalls von der zu ihrer Gründung vorhanden Bibel ausgegangen. Es sind daher nur Kinder der Katholischen Kirche.
Der Okkultismus und Satanismus sind ebenfalls nichts weiter als Christliche Varianten. Hier werden nur die Werte umgekehrt. Auch hier gilt die Bibel und vor allem der Katholische Glaube als Grundlage. Allerdings auf den Kopf gestellt. Wie auch das Kreuz oder das Pentagramm. Es ärgert mich immer persönlich, wenn in der Öffentlichkeit bei Berichten über den Satanismus das Pentagramm verkehrt herum gezeigt wird. Dabei spielt das umgedrehte Kreuz eine weit aus größere Rolle.
Die Entstehung des Satanismus und des Okkultismus ist nichts weiter als eine Protestreaktion auf den Machtanspruch der Kirche. Die Gefahr, die davon ausgeht, ist die Magie die angewandt wird. Das Resultat ist, die psychischen Veränderungen, die Abhängigkeiten und die Auswegslosigkeiten die eintreten, weil durch Aberglaube der Verstand ausgeschaltet wird. Zum anderen kommen Gruppenzwang und Schuldgefühle derart zum Vorschein, dass ein Ausstieg lebensbedrohlich wirkt. Doch gerade hier können verantwortungsvolle Hexen helfen. Sie kennen den Umgang mit den Ritualen und den psychischen Energien. Eine Zusammenarbeit mit den entsprechenden Hilfsangeboten des Staates wäre gerade hier besonders wünschenswert.
"Wir haben einen Verstand bekommen zum Denken"
Satan selbst ist nur ein Papiertiger, erfunden zur Lehrgestalt des damaligen ungebildeten Volks. Die einzige und wirkliche Gefahr, die von ihm ausgeht ist, dass er als psychologische Figur in unserem Unterbewusstsein lebt.
Die Macht, die er über uns hat, ist die Angst in uns. Eine Angst, geschürt seit über 1000 Jahren von der Kirche. Eine Angst mit der die Kirche ihren Machtanspruch gefestigt hat. Der Satanismus ist die Auswirkung dieses Anspruchs.
Das Urchristentum und das Judentum kannte keinen Teufel. Alles Gute und alles Böse kam von Gott selbst. Als Prüfung oder Strafe. Der zur Zeit Jesus existierende jüdische Gott, war ein böser Rachegott. Jesus selbst wollte diesen Glauben reformieren und stellte ihn für die damalige Zeit, fast unvorstellbar, als einen liebenden Vater dar.
Das war eine ungeheuerliche Revolution, stelle sie doch die damaligen Dogmen total auf den Kopf. Er wurde deshalb auch so schwer bestraft. Dafür starb er, aber geblieben ist die Liebe. Die Liebe Gottes, gleich welcher Name dieser Gott nun auch trägt. Sowie die Christliche Ethik. Für mich persönlich ist es ein weit aus größeres Wunder, dass Jesus diesen Weg der Liebe, des Humanismus als normaler Mensch gegangen ist. Für einen Antiken Helden, wie die Halbgötter der Antike genannt worden sind (menschliche Mutter plus Gott als Vater) wäre dieser Weg ein leichtes gewesen. Als Mensch diesen Weg zu gehen und bis zum Ende durch zu stehen, ist für mich das große Wunder. Und deshalb ist auch er mein Lehrer.
Die Junge Kirche hatte ein Problem. Das 2. Gebot. "Du sollst kein Bildnis machen" Die Juden brauchten auch kein Bildnis. Sie hatten die Thoraschulen. Jeder konnte lesen lernen um das Wort Gottes, die heiligen Geschichten, selbst zu lesen und zu erfahren. Nicht so das junge Christentum. Viele Völker konnten weder lesen oder schreiben. Hatten nicht einmal eine Schriftsprache. Latein war die Amtssprache. Dazu gab es griechisch und hebräisch als Schriftsprache in unserm Kulturkreis. Die Messen fanden in Latein statt. Wie sollte man nun den Menschen die biblischen Geschichten näher bringen? In Bildern!
Aber? wie sollte man in Bilder die innere Entscheidung für gut oder böse, für richtig oder
falsch, wie sollte man Zweifel darstellen?
Hierfür brauchte man einen Gegenspieler Gottes. Satan, der Teufel, wurde erfunden. Als Bildsymbol für das Böse. Er, die Personifizierung des Schlechten, zur Lehrgestalt des ungebildeten Volkes. Wie es in seiner Geburtsurkunde heißt. Erfunden auf einem der Konzile des vierten Jahrhunderts.
Später erst entdeckte man, wieviel Macht der Teufelsglaube den Herrschenden gab. Und so wurde Satan, zur zweit mächtigsten Figur, wenn nicht sogar von der mächtigsten Figur gesprochen werden kann, im Christentum. Ein Papiertiger ist er, nichts weiter. Aber selbst heute noch besitzt der Glaube an diese Figur ungeheuerliche Macht und festigt daher auch die Macht der Kirche und vor allem der der Sekten.
Psychologische Macht, Angst, nicht als unbewusste Angst.
Und Angst gibt Macht. Macht über Menschen.
Das Gleiche gilt auch für Voodo. Voodo ist eigentlich eine afrikanische Religion. Deren Magie bei uns unwirksam ist, wenn nicht die Angst davor, Menschen beherrschen würde. Aber das in einem anderen Kapitel.